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Cannabis-Produktion von Bedrocan

Hanfaktivisten besuchen die Cannabis-Produktion von Bedrocan

 

Die Firma Bedrocan stellt u.a. für den deutschen Markt Cannabis in Blütenform her, welches an vereinzelte Menschen mit Ausnahmegenehmigung in den Apotheken erhältlich ist. Wir waren exklusiv in der Produktion von Bedrocan und haben uns für euch mal vor Ort umgeschaut.

In einer kleinen holländischen Stadt steht die Produktionshalle ganz unscheinbar zwischen Bauernhöfen. Schon als wir um die Halle gingen um den Eingang zu suchen, kam uns ein vertraut süßlicher Geruch entgegen. Wir klingelten an einer kleinen Klingel und wurden vom Chef persönlich empfangen. Im Eingangsbereich musste man sich in eine Liste eintragen und dann hatten wir bei einem Café die Möglichkeit unsere Fragen loszuwerden.

Bedrocan ist nicht nur eine Firma sondern es handelt sich hierbei auch um den patentgeschützten Markennahmen der Cannabissorte, welche die Firma als allererstes gezüchtet hatte. Es handelt sich hierbei um eine Jack Herer. Die in den 90′ Jahren an Sensi Seeds weiter gegeben wurde. Der Betrieb wurde 1986 gegründet und war damals natürlich noch illegal. Durch den eigenen Anspruch, für den medizinischen Markt eine Pflanze zu entwickeln, die in einem standardisiertem Verfahren hergestellt wird und klinisch rein ist. Hat Bedrocan ausschließlich Interesse an einer medizinischen Akzeptanz von Cannabis. Also kein Schmuddelkiffer Image und auch keine Filzzöpfe die Ganja anbauen, sonder hoch seriöse Arbeit die dort vollbracht wird. Die deutschen Behörden waren auch schon vor Ort und waren begeistert von dem hohen Standard der dort erzielt wird. Und das kann man schon als Lob verstehen.

Nach einem ausführlichen Interview ging es dann los zur Besichtigung der Produktion. Zuerst gingen wir den Gang weiter zum Ernte-Raum, der leider gerade leer war. Da nur in bestimmten Zyklen Pflanzen geerntet werden. Das ab knipsen der Pflanzenreste erfolgt ausschließlich per Hand wie zuhause. Es werden aber dort ausschließlich Frauen für diese Arbeit gebraucht, weil sie schneller und sauberer arbeiten. Für mich war das Argument eher einen Vorwand weil es auch eine Vertrauensangelegenheit ist. Auch die Arbeitszeit der Erntehelfer ist wegen der harten Arbeit auf vier Stunden am Tag begrenzt. Ich habe natürlich sofort gefragt ob es bedarf an ausländischen Fachkräften als Erntehelfer gibt. Aber der Betrieb stellt leider ausschließlich Leute ein die aus der Region kommen.

Dann gingen wir einen Raum weiter. Die Einheiten sind alle hermetisch abgeriegelt und durch einen Überdruck wird das eindringen von Keimen, Sporen und ähnlichem verhindert. Bei der Besichtigung der Räume muss man Schutzkleidung anziehen wie im Krankenhaus in der Quarantänestation. Der nächste Raum war der Mutterpflanzen Raum in dem auch die Setzlinge wachsen. Mitten im Raum stand ein Radio und natürlich konnte ich mir die Frage nicht verkneifen, ob die Musik dem Wohlbefinden der Pflanzen diene. Da gerade ein Mitarbeiter die Pflanzen bearbeitete, war das Radio aber offensichtlich für ihn da. Da in diesem Raum die Mutterpflanzen stehen ist er das Herz von Bedrocan. Sie bieten vier verschiedene Sorten an und halten die Pflanzen ewig in der Wachstumsphase. Durch das Klonen einer Pflanze (also das abschneiden von Setzlingen) ist es somit möglich immer ein und die selbe Pflanze herzustellen. Es ist wirklich ein schöner Anblick diese riesigen Mutterpflanzen mit ihrem satten grün zu sehen.

Neben an war ein ungenutzter Grow-Raum der leer stand und das zeigt, dass die Anlage noch 1/3 mehr produzieren könnte. Zwischen dem Ernte-Raum, dem Mutterpflanzen-Raum und dem Leeren Grow-Raum befindet sich das Lager mit Verpackungsmaterialien etc. . Vor jedem Grow-Raum steht ein großer offener Kanister mit gedüngtem Wasser, welches im automatischen Bewässerungssystem für optimale und standardisierten Verhältnissen sorgt.

Dann Ging es in den Grow-Raum mit den Pflanzen die sich gerade im Wachstum befinden. Auffällig war, dass die Lampen extrem weit oben hingen dafür aber leistungsstärker sind als die herkömmlichen Homegrow Lampen. Ein wunderschöner Anblick so viele Pflanzen in einem Raum zu sehen. Alle hatten ein Namensschildchen oben an der Spitze der Rankstange und es waren insgesamt zwei verschiedene Sorten.

Um klinisch reine Produkte herzustellen muss alles genauen Standards entsprechen und dem nach ist Filz als Nährboden am besten geeignet. Neben an befand sich der Blüte-Raum. Der Duft und der Anblick dieser aneinander gereihten Buds war einfach nur Überwältigend. Da die Stromkosten in der Nacht am niedrigsten sind, haben sie die Beleuchtung danach abgestimmt und wir bekamen leider nur eine schwach belichtete Kammer zu sehen.

Das geerntete Gras wird anschließend eingefroren und in einer externen Einrichtung mit Gamma Strahlung bestrahlt. Die Firma Bedrocan hofft durch eine immer weitere Optimierung der Zuchtbedingungen irgend wann auf diesen Schritt verzichten zu können, da Gammastrahlen aus Cobalt-59 in Kernreaktoren hergestellt wird. Um aber die Lizenz als Arzneimittel zu bekommen und um klinische Reinheit zu 100% zu gewährleisten, gehört die Bestrahlung leider noch dazu.

Es war ein sehr professionelle Führung und wir Cannabis Patienten konnten uns mal ein Bild davon machen wo das Geld denn so hin fließt. Bedrocan hat eine Jahresproduktion von derzeit 150 kg. Durch eine voraussichtliche Erweiterung im nächsten Jahr wird die Herstellung verdoppelt werden können. Die Produktionshallen sind in Modulen aufgebaut und können jederzeit nach Bedarf erweitert werden.

Zur zeit gibt es in Holland rund 2000 Patienten, welche das Cannabis aus der Apotheke beziehen. Außer in die Niederlanden exportiert Bedrocan auch nach Italien (50 Patienten), Norwegen und Deutschland (100 Patienten). Da dieser Trend immer steiler Berg auf geht, ist es offensichtlich, dass die Firma stark expandieren muss um den Bedarf zu decken. Zur Zeit gibt es manchmal sogar Versorgungsengpässe.

Der Holländische Krankenkassenüberverband, welchem vier der grösten Krankenkassen angehören, übernimmt seit 1.Januar 2012 die Kosten für Cannabis aus der Apotheke. Der Grund ist einfach. Patienten die Cannabis Konsumieren, lassen so gut wie alle andern Medikamente weg und sind somit viel sparsamer als alle andern. Das ist ein Hoffnungsschimmer dafür, dass es in andern europäischen Ländern bald ähnlich aussieht und mal wieder ein starkes Indiz dafür was Cannabis alles kann.

 

 

H.-A. Artikel:

 

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2 Kommentare zu „Cannabis-Produktion von Bedrocan“

  • groooveman sagt:

    Unterdruck würde aber doch nicht gegen Eindringen von Fremdstoffen, Schädlingen etc von außen schützen.

    Wenn, dann Überdruck.

  • Wolfgang sagt:

    Hallo,
    vielleicht gelingt es Euch, den Beitrag stilistisch und von der Rechtschreibung her zu überarbeiten – im Moment ist er kaum lesbar – sorry.

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