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Cannabis & Musik/Legalisierung

“Der Einfluss von Cannabis

auf die moderne

Musik”

-

Dr. J. Fachner,

Universität Witten-

Herdecke

Was passiert beim Musikhören und
Cannabisrauchen im Gehirn?

Im Zuge der Entwicklung der Popkultur hatten Drogen mit euphorisierender, beruhigender und psychedelischer Wirkung einen starken Einfluss auf den Lebensstil und auf die Art und Weise des künstlerischen Ausdrucks. Die Verbindung von Musik und Cannabis hat seit den Anfangstagen des Jazz zu kontroversen Diskussionen über Wahrnehmungsveränderungen und Musikproduktion geführt. Warum bevorzugen Musiker, DJ’s, Mixer oder Hörer im kreativen Umgang mit Musik Cannabis? Eine wissenschaftliche Untersuchung solcher psycho-physiologischen Vorgänge findet sich kaum.
Welche psycho-physiologischen Vorgänge bewirken die Veränderung der Musikwahrnehmung?

Eine Literaturübersicht und eine Studie mit vier Versuchspersonen (3M, 1F) sollte in der hier vorgestellten Arbeit Erklärungsansätze liefern.

Methode:
EEG Brainmapping (bildliche Darstellung der Hirnströme mittels Elektro-Enzephalographie). Da psychedelische Substanzen Filterfunktionen der Wahrnehmung schwächen und die Präsenz des Wahrnehmungsfeldes intensivieren, wurde dies in der Versuchsanordnung berücksichtigt: In dieser lebensweltbegleitenden Studie saßen vier Nichtmusiker entspannt mit geschlossenen Augen in gewohnter Umgebung eines Wohnzimmers, rauchten einen Joint mit 20 mg THC und hörten Musik. Das Musikerleben wurde im Spontan-EEG-Brainmapping aufgezeichnet und die topographischen Individualwerte und Gruppenmittelwerte der Messphasen (Ruhe/Musik/vor-/nach-THC-Einnahme) auf signifikante Unterschiede verglichen. Die Ergebnisse einer Person konnten zudem in einer Folgeuntersuchung überprüft werden.

Ergebnisse:
In der wissenschaftlichen Literatur zeigt sich, dass Cannabis die Zeit-, Raum-, und Bewegungswahrnehmung, Imaginations- und Assoziationsvorgänge und Emotionen verändert. Es wurden leichte Verbesserungen im Seashore-Rhythmus-Test (Seashore-Test für musische Begabung) nachgewiesen. Auswirkungen auf die Zeitwahrnehmung ergaben sich als eine gegenseitige Beziehung von subjektiv verlangsamter Zeit, im Sinne einer Zeitdehnung und einer durch Cannabis hervorgerufenen Beschleunigung der “inneren” Uhr. Das veränderte Zeitempfinden ermöglicht zeitweise einen gesteigerten Einblick in die “Zwischenräume der Töne”. In Hörtests veränderte Cannabis die auditorische (Intensitäts)-Metrik von Versuchspersonen und verursachte Vorlieben für höhere Frequenzen. Beschreibungen synästhetischer Wirkungen (wie z.B. Farbempfindung bei Tönen), erhöhte visuelle Tiefenwahrnehmung, kreativere Rohrschachmuster-Interpretationen (Farbklecks-Test) und ein Übergang zu abweichendem Denkstil deuten auf eine Intensivierung der individuellen zerebralen Hörstrategie im Sinne einer starken Fokussierung der Wahrnehmung auf den akustischen Raum und die (Zeit)-Struktur der Musik.
Eine einheitliche EEG-Antwort auf Musik liess sich in der bisherigen Forschung nicht beobachten, doch scheint Musik tendenziell in der rechten Hirnhälfte verarbeitet zu werden.
Ebenso in der Einzelfallstudie mit Folgeuntersuchung wie in der Studie mit 4 Personen ergaben sich signifikante Unterschiede im Brainmapping bei der Musikwahrnehmung ohne oder unter Cannabis-Einfluss. Die Veränderungen variierten jedoch je nach Versuchsperson.

Quelle:

http://hanf-info.ch

J. Fachner “Veränderte Musikwahrnehmung durch THC im Hirnstrombild” Inauguraldissertation Universität Witten/Herdecke DE, Fachbereich Medizin.

www.acmed.org

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