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Brix Plus

Brix Plus

oder:

Wie die Regierung einen

Angriff auf die Volksgesundheit

toleriert

Das Strecken von Genussmitteln, vor allem um die Gewinnspanne zu erhöhen, ist wohl so alt wie die Genussmittel selbst. Cannabis bildet da keine Ausnahme, auch wenn das Strecken von Cannabis meinem Kenntnisstand nach ein Phänomen der vergangen Jahre und nicht – wie z.B. Bei Kokain – seit Jahrzehnten üblich&bekannt.

Im Laufe des vergangenen Jahrzehnts haben sich die Meldungen über gestrecktes Cannabis dramatisch vervielfacht. Mittlerweile gibt es ein breites Spektrum von möglichen Streckmitteln, fast alle von ihnen steigern die gesundheitlichen Risiken des Cannabiskonsum erheblich. Leider gibt es keine staatlichen Stellen, bei denen man zum Konsum gedachte “Betäubungsmittel” auf Streckmittel und sonstige Verunreinigungen testen könnte, auch offizielle Zahlen diesbezüglich gibt es in Deutschland nicht. Daher bleibt nur der Verweis auf den “Streckmittelmelder” des DHV: http://hanfverband.de/index.php/themen/streckmittel

Am 11.12.2010, als dieser Text geschrieben wurde, ist der Streckmittelmelder seit fast 19 Monaten online verfügbar, seitdem sind 1407 Meldungen aus dem gesamten Bundesgebiet, vereinzelt aus angrenzenden Ländern, eingegangen – 76 Meldungen jeden Monat – und die Strahlkraft des DHV ist sicher kleiner als die der Bundesregierung.

Da sich dieser Text mit dem Phänomen Brix beschäftigt verweise ich für allgemeinere Informationen gerne wieder auf den DHV: http://hanfverband.de/index.php/themen/konsumentenhilfe/1050-streckmittel-in-marihuana-wie-man-sie-erkennt-und-welche-risiken-von-ihnen-ausgehen

Neben Blei, dass Gott sei Dank nach der breiten medialen Berichterstattung 2007 mittlerweile wieder vom Markt verschwunden zu sein scheint, gilt “Brix Plus” (offizieller Produktname) als gesundheitsschädlichste Möglichkeit, Cannabis zu strecken.

Der Begriff “Brix” ist zunächst eine Messeinheit, mit der u.a. der Fruchtgehalt von Agrarprodukten, vor allem Obst, bezeichnet wird.

Welchen “offiziellen” Zweck das Produkt Brix Plus hat, ist mir auch nach meiner Recherche selbst noch nicht ganz klar. In verschiedenen Foren sind sehr positive Posts über dieses Produkt gemacht worden, die jedoch allesamt sehr gestellt und platziert wirken, in denen behauptet wird, dieses Mittel diene dazu, den Zuckergehalt im Cannabis zu erhöhen. Wozu auch immer das gut sein sollte.

Auf der Website eines Verkäufers wird allerdings direkt unverhohlen angegeben, dass Brix Plus den Ernteertrag erhöhen soll (Zitat: “Brix Plus is a unique formula designed to achieve maximum yield”). Laut diesem Vertreiber handele es sich bei Brix Plus um ein 100%ig organisches Produkt (“100% totally organic product”). Bei den Inhaltsstoffen fliegen einem dann aber gleich wieder chemische Namen á la “amino acids”, “tricontinol” oder den sagenumwobenen “proven biological yield enhancer” (in etwa: biologischer Erntertragssteigerer, dessen Nutzen nachgewiesen ist) um die Ohren.

Brix Plus wird während der Blütephase auf die Pflanzen gesprüht bzw. nachdem das Cannabis getrocknet wurde. In beiden Fällen schließt es sich aufgrund seiner tatsächlichen Inhaltsstoffe, auf die weiter unten genauer eingegangen wird, komplett um die Pflanze und zieht zu einem guten Teil in sie ein. Ein Rest erhärtet außen an der Pflanze.

Bei diesem Produkt ist meiner Meinung nach schon anhand der offiziellen Darstellung recht klar, dass das Produkt zum Strecken von Cannabis “wie gemacht ist” – ein Schelm, wer dabei böses denkt. Allerdings ist Cannabis illegal, dieses Produkt wird zwar nur in den USA&Australien hergestellt, ist jedoch in keinem Staat illegal. Wer 21 US-Dollar und das Porto bezahlt, hat einen Liter von der BrĂĽhe bald zuhause – und das ist wohl ungefährlicher als sich ĂĽber einen Growshop eine Bong zu bestellen.

Die Darstellung der Auswirkungen von Brix von Konsumentenseite sieht dann auch ganz anders aus. Das Spektrum von Nebenwirkungen scheint sehr groß zu sein. Kopfschmerzen, Husten (oft mit grünlich-dunklem Schleim und/oder schwarzen „Fäden“ im Schleim), Atemwegserkrankungen, Schwindelgefühl, Zittern (Tremor) und Erbrechen.

Darüber hinaus steht mittlerweile fest, dass Brix Plus in erster Linie aus flüssigem Kunststoff und Zucker besteht, dazu kommen noch Wachstumshormone und Aminosäuren. Sobald Kunststoff im Spiel ist, ist übrigens auch nicht mehr viel mit „100% totally organic“.

Theoretisch soll Brix Plus die Pflanze also mit zusätzlichem Zucker versorgen, um die Photosynthese anzuregen. DafĂĽr bräuchte man sicher kein FlĂĽssigplastik. DarĂĽber hinaus ist es kein Zufall, dass sonstiger DĂĽnger oder Nährstoffe der Pflanze ĂĽber die Erde, also die Wurzeln, gegeben werden, statt die Pflanze damit einzuschmieren…

Um mit Brix gestrecktes Cannabis zu identifizieren gibt es verschiedene Möglichkeiten. Als sichere Indikatoren gelten:

-“Wunderkerzeneffekt“: Für diesen Test eignen sich am besten größere Stiele, denn an den Stielen bleibt recht viel Brix haften. Man zündet den Stiel kurz an, er muss schon richtig brennen. Der Stiel wird von selbst innerhalb von Sekunden runter brennen und dabei Funken schlagen. Ein deutliches Knistern ist zu hören. Nimmt man ganze Buds „rauchen die sich selbst“, brennen also von alleine durch.

-Asche-Test: Vielfach hört man, sobald die Asche eher schwarz als grau sei, sie dies ein Anzeichen fĂĽr Brix. Meines Wissens nach ist dem nicht so. Die Asche von mit Brix gestrecktem Cannabis ist zwar schwarz, dass heiĂźt im Umkehrschluss aber nicht, dass jedes Cannabis, dessen Asche nicht grau-weiĂź ist, mit Brix gestreckt ist. Diese Asche-Varianten unterscheiden sich zum einen dadurch, dass Brix-Asche extrem hart ist, sich kaum vom Joint lösen lässt, und zum anderen durch das „Schmierverhalten“ der Asche. Dank Brix hinterlässt die Asche einen deutlichen, öligen Schmierfilm. Ein beeindruckendes Beispiel findet sich hier: YouTube Video – contaminated cannabis

Optik&Geruch können nicht als sichere Indikatoren gewertet werden. Es gibt Geruchsprays und Möglichkeiten, gestrecktes Cannabis optisch unverdächtiger erscheinen zu lassen.

Falls man sich entscheiden sollte, sich auf illegalem Wege Cannabis zu beschaffen, wozu hier ausdrĂĽcklich NICHT aufgerufen wird(!), sollte man das angebotene Produkt definitiv testen! Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste!

Neben den offensichtlichen, unmittelbaren, aber auch glücklicherweise zunächst temporären Nebenwirkungen lässt sich im Moment aber noch nicht abschätzen, wie sehr Brix Plus der Volksgesundheit insgesamt schaden wird.

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass das Rauchen von Zucker bzw. Plastik extrem schädlich für die Lunge und den gesamten Körper ist.

Zum einen entstehen beim Verbrennen von Zucker&Plastik zusätzliche, größtenteils krebserregende, Giftstoffe. Diese Giftstoffe entstehen übrigens immer, wenn etwas verbrennt, nur in unterschiedlichem Grad. So ist das Rauchen von z.B. Cannabis laut einigen Studien wesentlich weniger krebserregend als das Rauchen von Tabak. Und die Stoffe, die beim Verbrennen von Zucker&Plastik entstehen, sind besonders giftig.

Es besteht die Gefahr, dass das beim Inhalieren gasförmige Plastik/der gasförmige Zucker in der Lunge abkühlen, also zunächst flüssig werden, um dann auf der Lunge auszuhärten. So werden Lungenbläschen „versiegelt“, können also keinen Sauerstoff mehr aufnehmen. Im schlimmsten Fall wäre eine Lunge, die zu viel Brix Plus inhaliert hat, also nicht mehr lebensfähig. Menschen brauchten schon wegen Weniger eine neue Lunge.

Darüber hinaus sind die meisten Stoffe, aus denen Plastik besteht, schlicht giftig. Größtenteils sind diese Stoffe doch nicht erschöpfend erforscht. Das heißt, man weiß, dass es auf verschiedene Arten sehr giftig ist, v.a. Krebs erzeugend und Allergie verursachend/auslösend, und hat im Produktionsprozess entsprechende Schutzmaßnahmen getroffen und Produkte mit Warnhinweisen versehen.

Was diese Stoffe aber im Blutkreislauf eines Menschen anrichten, was diese Stoffe geraucht mit einer menschlichen Lunge anrichten, finden wir grade in einem Deutschlandweiten Feldexperiment heraus. Denn es scheint tatsächlich so, dass es in Deutschland so gut wie kein sauberes Cannabis mehr gibt. In anderen Staaten, v.a. in der Schweiz und Österreich, ist mit Brix gestrecktes Cannabis zwar auch schon aufgetaucht, aber nicht annähernd so stark verbreitet wie in Deutschland.

Bei geschätzten 4 Millionen deutschen Cannabiskonsumenten wird klar, dass ein riesiges Gesundheitsproblem auf uns zu kommt. Und es wird der Bundesregierung und der bürgerlichen Gesellschaft in den Rücken springen, die wenden sich nämlich verkrampft von durch die Prohibition verursachtem Leid ab.

Die Bundesregierung, allen voran die „Drogenbeauftragte“ Dyckmans, verweisen auf den cleveren Gedanken, dass man, wenn man kein Cannabis raucht, auch keine gesundheitlichen Probleme durch gestrecktes Cannabis bekommen wird. Mit anderen Worten: Wer nicht ebendiese Konsequenz zieht, ist selber schuld. Schöne Volksvertreter.

-Hendrik

Neben den im Text genannten dienten folgende Sites als Quellen:

http://hanfverband.de/index.php/nachrichten/aktuelles/239-bundesregierung-sieht-in-warnung-vor-streckmitteln-verharmlosung-des-cannabiskonsums

http://www.hanfjournal.de/hajo-website/artikel/2006/09/s1_0906_titel.php

http://hanfjournal.de/hajo-website/artikel/2010/02februar/s03_0210_streckmittelmelder.php

http://hanfjournal.de/hajo-website/artikel/2007/05/s01_0507_titel.php

http://hanfjournal.de/hajo-website/artikel/2006/12/s01_1206_kasten.php

http://www.randmsupply.com/productdisp.php?pid=836&navid=71

http://www.gardenscure.com/420/plant-food-nutrients/89283-brix-plus-wet-cure.html

http://www.marihuana.at/index.php/component/content/article/44-spezial/112-brix-das-streckmittel-aus-der-hoelle.html

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