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Cannabis & Harm Reduction

Harm Reduction – warum mangelnde Aufklärung tödlich sein kann…

harm_reductionAls Folge der Illegalisierung besteht eines der Hauptrisiken beim Drogenkonsum darin, dass niemand, dem eine Droge angeboten wird, genau weiß, welche Wirkstoffe die Droge enthält und wie hoch diese dosiert sind. Bekannt ist lediglich, dass die Qualität sehr unterschiedlich sein kann.

Teilweise werden zum Beispiel Ecstasy-Tabletten mit Speed, Koffein oder Paracetamol gestreckt oder sie enthalten einen völlig anderen psychotropen Wirkstoff wie z.B. Atropin, oder neuerdings auch Substanzen aus der Reihe der “Research Chemicals” wie Mephedron, Methylon oder das lebensgefährliche PMA.

Neben der Frage nach den Inhaltsstoffen gibt es zusätzlich kaum eine differenzierte und öffentliche Informations- und Aufklärungsarbeit über einen risikoarmen Gebrauch von illegalisierten Substanzen. Der Umstand, dass diese Substanzen verboten sind, hält – vor allem junge Menschen – kaum vom Konsum ab. Kommt es dann noch zu einem Mischkonsum sind – bei mangelnder Information über die Wechselwirkungen der einzelnen Stoffe – die Folgen für den Konsumenten kaum abzuschätzen und manchmal lebensbedrohlich.

Unter dem Begriff Safer Use (“sicherer Gebrauch”) und Harm Reduction (“Risikominimierung”) versteht man eine Strategie der Aufklärung und Gesundheitsförderung für Drogengebraucher. Hierzu zählt unter anderem die Vergabe von „Ziehröhrchen“ zum Konsum von Kokain, Speed oder anderen gesetzlich verbotenen Substanzen. Durch die Verwendung von „sauberem Besteck“ wird die Infektionsgefahr ansteckender Krankheiten minimiert – langfristig also eine Entspannung der Gesundheitspflege erreicht.

Auch das Drug-Checking gehört zu den Safer-Use-Strategien, kann aber in Deutschland noch nicht angeboten werden. So kommen die Informationen zu den aktuellen Verunreinigungen aus dem europäischen Ausland wie der Schweiz und Österreich.

Harm Reduction in der Praxis: Projekte in Deutschland

Seit langem gibt es in Deutschland allerdings einige Projekte und Initiativen die sich aktiv für die Umsetzung dieser gesundheitsfördernden Maßnahmen einsetzen. Dazu gehört zum Beispiel eclipse e.V. (Berlin), das Party-Drogen und Informations-Projekt alice (Frankfurt), das Peer-to-Peer-Projekt Drugscouts (Leipzig) oder das Odyssee-Projekt aus Kiel.

In Berlin hat sich Fixpunkt e.V. durch die Etablierung von Drogenkonsum-Räumen besonders hervorgetan und Pionierarbeit geleistet.

Seit 2007 setzt sich die “Drugchecking-Initiative Berlin-Brandenburg” für das quantitative und qualitative Testen von illegal erworbenen Substanzen ein. Die Ergebnisse sollen den Drogenkonsumenten zeitnah zur Verfügung gestellt werden, um eine Konsumreflektion zu ermöglichen und so entscheidungsfähig den eigenen Drogenkonsum zu hinterfragen und gegebenenfalls einzustellen.
(siehe auch:www.harm-reduction.de)

Safer Use Angaben auf Flyern:

Heute sind auch Safer Use-Angaben auf Flyern, welche über bestimmte Substanzen informieren die Regel. So werden nicht nur Drogen abgebildet, sondern auch deren genaue Wirkungsweise beschrieben, Gefahren und Verhaltensweisen bei Überdosierung aufgezeigt und Tips für einen risikomindernden Gebrauch gegeben. Diese Strategien werden im allgemeinen auch als “Harm Reduction” bezeichnet.

Inzwischen sind Safer Use-Angaben europäischer Standard und werden als Mittel in der Präventionsarbeit intensiv genutzt. Nicht zuletzt, weil diese Strategie der Risikominimierung eine breite Öffentlichkeit der Konsumenten erreicht.

Gesundheitshinweise zum Konsum von Drogen, z. B. über Gefahren bei Mischkonsum oder verschiedene körperliche Auswirkungen unter bestimmten Voraussetzungen, deren Ziel der verantwortungsbewusste Umgang mit Rauschmitteln und eine bessere Drogenmündigkeit ist, werden ebenfalls als Safer Use bezeichnet. Gerade bei auf dem Schwarzmarkt erhältlichen illegalen Substanzen gilt auch das Drugchecking als wichtiger Bestandteil des Safer Use im Sinne einer Risikominimierung (Harm Reduction).

Hier geht es zur Homepage der Drugchecking Initiative Berlin Brandenburg

Mit freundlicher Unterstützung von www.drogen-info-berlin.de entnommen


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