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Artikel-Schlagworte: „Holland“

“Warum Hanf und Hanfparaden?”

Seit 40 Jahren kÀmpfen die Menschen

um ein kleines Recht

Von Conny Mahony

Ich bin jetzt 26 und rauche seit 14 Jahren. Ich bin schon sehr frĂŒh damit in Kontakt gekommen, man wird fertig gemacht und abgestempelt. Ich war ein Jahr mit Rucksack unterwegs und hab einiges gesehen.

Ich bin mit 18 Jahren das erste Mal in Holland gewesen und habe festgestellt, dass die Menschen dort viel ruhiger sind und die KriminalitĂ€tsrate ist ja nicht gerade hoch dort. Danach erfuhr ich dort in einem Coffeshop von der Hanfparade in Berlin und dachte mir – Das muss ich mir mal anschauen.

Ich interessiere mich sehr fĂŒr Hanf und seinem Nutzen. Es gibt ja sehr viele Sachen was man mit Hanf machen kann, außer rauchen. Gegen viele Krankheiten hilft es. Ich habe einen Tumor in der Zunge. Habe das erfahren und hatte immer Schmerzen. Seit ich wieder angefangen habe zu rauchen, wĂ€chst er nicht mehr und habe kaum Schmerzen.
Heute ist das Rauchen fĂŒr mich wie fĂŒr andere ihre Kippen oder ihr Morgenkaffee. Ich bekomme mein Leben eigentlich ganz gut hin. Wohne in einem kleinen Haus am Dorf, weil ich finde, dass in der lĂ€ndlichen Gegend die Leute etwas mehr Toleranz haben. Lauf doch mal in der Stadt mit nem Joint, da hast du doch gleich Ärger. Aber mit ner Flasche Vodka fragt dich die HĂ€lfte „Darf ich mal“.

Um zurĂŒck zu kommen bin ich dann Richtung Berlin. Es war 2001. Ich war sehr aufgeregt auf die Veranstaltung, was es da wohl so gibt. Das Motto damals war ” Kein Krieg gegen Pflanzen”. Da waren da die Sofa Surfer und viele mehr. Es war sehr sehr ansprechend und sogar die Kritiker damals mussten zugeben, war nicht schlecht.

Seit dem Tag an kĂ€mpfe ich wo ich kann und versuche zu helfen, dass wir ab und an mal in Ruhe gelassen werden. Wenn wir uns mal in einer kleinen Gruppe an den See setzen, um bisschen zu kiffen, dass es nicht gleich wieder Ärger, Strafen und Polizei gibt. Ich war mit einer Freundin mal am Kanal ein rauchen. Ich war sofort 72 Stunden eingesperrt, nur weil ich nicht sagen wollte woher es kommt???

Ich will euch sagen: Habt keine Angst, steht auf und kĂ€mpft fĂŒr euer Leben, euer Recht. Wir sagen ihnen doch auch nicht, was fĂŒr Koks sie nehmen sollen!

Wenn wir doch die Frau Dyckmans einmal persönlich sprechen dĂŒrften, um ihr zu sagen, dass wir nichts Schlimmes tun. Und wenn sie ansprechen, dass es nicht gesund ist, dann schauen wir doch mal jetzt ist ein Mensch an einem GemĂŒse gestorben. Warum? Weil die Leute unachtsam waren oder nicht besser aufgepasst haben? Wir wissen doch alle, dass egal in welchem Beruf es min. einen Kiffer gibt. Ob Anwalt, Richter, Staatsanwalt oder sogar die Polizei!


..

Ich finde, man sollte nicht Autofahren, wenn man sich dazu nicht in Stande fĂŒhlt. Nur vergessen wir eines – Dass wenn man ein starker Konsument ist, die Wirkung nicht mehr so ist, wie man Sie erzĂ€hlt „nichts mehr checken“ oder „faul sein“ – Nein, so ist das nicht. Ganz im Gegenteil der Alkohol.
“Egal wie lange ob 10 Jahre oder 20 Jahre oder ein leben lang besoffen und besinnungslos wird man immer!”

Meine eigene Erfahrung ist aber, dass ich nach 14 Jahren rauchen nicht mehr wie vor 10 Jahren in der Ecke liege und nichts mehr verstehe. Nein, Ich habe mein leben eigentlich ganz gut im griff und kann behaupten ich habe schon etwas erreicht in meinem leben und es geht nur bergauf und nicht bergab wie die meisten leute denken wĂŒrden!

Ich sage euch einfach: Akzeptiert jeden Menschen, egal ob er kifft, trinkt oder sonst’was macht. Nur mit Toleranz kommt man weiter. Wir tolerieren doch auch die Steuererhöhung die Tabaksteuer , Hundesteuer, egal um was es geht, wir stellen uns auch nicht so dagegen und wir fordern nur ein bisschen mehr Freiheit in unserem Leben und Handeln!

Hanfige GrĂŒĂŸe,

Eure Conny Mahony

 

Neue H.-A. Artikel:

“Mehr Kiffen – weniger lĂŒgen!” : Tschechien ĂŒbertrumpft Holland

“Mehr Kiffen – weniger lĂŒgen!”

Tschechien ĂŒbertrumpft Holland

Prag - das nÀchste Amsterdam? ©capt.tim/flickr

15 Gramm Marihuana, 5 Gramm Haschisch oder sogar 1,5 Gramm Heroin. In Tschechien können sie sich seit dem 1. Januar dank einer neuen Gesetzesregelung straffrei mit Drogen eindecken. Damit hat das Land die liberalste Drogengesetzgebung in ganz Europa. Allerdings hapert es bei der PrÀvention.

Wenn die Rede auf die neue Rauschmittel-Anordnung der Regierung kommt, atmet Restaurantbetreiber David Polita hörbar auf. „Endlich können wir ohne Angst einen Joint rauchen. Die hinterhĂ€ltige AnzĂ€hlerei durch Nachbarn hat ein Ende.“ Polita fĂŒhlt sich bestĂ€tigt. Seit Jahren kĂ€mpft er mit seinem Restaurant Maha 4 All im nordböhmischen Usti nad Labem fĂŒr eine Legalisierung von Hanf. Seine BegrĂŒndung: „Das ist eine hiesige Kulturpflanze.“ Und seine GĂ€ste sehen das genauso. Schon ab dem frĂŒhen Nachmittag zieht der charakteristische Duft von Marihuana durch den Raum.

Beim Anbau von bis zu fĂŒnf Hanfpflanzen gibt es keine Anzeige mehr.

Erstmals hat die Regierung nun Obergrenzen fĂŒr den Besitz von Rauschmitteln festgelegt, die in ihrer GroßzĂŒgigkeit Tschechien zum liberalsten Land Europas machen. Drogenbesitz bleibt zwar weiterhin strafbar, aber bis zu den seit dem 1. Januar geltenden Limits passiert nichts. FĂŒr den Eigenbedarf sind bis zu 15 Gramm Marihuana oder 5 Gramm Haschisch erlaubt. Genehmigt ist aber auch der Besitz hĂ€rterer Drogen wie Pervitin (2 Gramm), Heroin (1,5 Gramm), Kokain (1 Gramm) oder Ecstasy (4 Pillen). Das ist teils dreimal so viel, wie in Holland erlaubt ist. Auch beim Anbau von bis zu fĂŒnf Hanfpflanzen gibt es keine Anzeige mehr.

Die festen Obergrenzen ersetzen eine bisher schwammige Regelung, nach der eine „geringe Menge“ an Drogenbesitz erlaubt war. Die vergleichsweise repressive Gesetzeslage verpflichtete die Polizei aber dazu, auch kleinsten VerstĂ¶ĂŸen nachzugehen. Erst die Gerichte schĂ€tzten ein, ob es sich bei den sicher gestellten Drogen um eine „geringe Menge“ handelte. Angesichts der massiven Verbreitung von Drogenkonsum in Tschechien konnten diese gar nicht anders, als wohlwollende Urteile zu fĂ€llen. Die Regierung hat dieser Praxis nun eine gesetzliche Grundlage gegeben. Nunmehr befreit von der BeschĂ€ftigung mit geringem Drogenkonsum, soll sich die Polizei stĂ€rker um die Verfolgung von Produktion und Verbreitung von Drogen kĂŒmmern können, hofft die Regierung. Denn die Zahl der PervitinkĂŒchen und Hanffelder ist den letzten Jahren sprunghaft angestiegen.

Obergrenzen fĂŒr Drogenbesitz | machen Tschechien zum liberalsten Land in Europa (Foto ©nati-panti/flickr)

Wenn die Leute mehr kiffen wĂŒrden, könnten sie sich nicht so viel belĂŒgen

Das Rauchen von Marihuana ist in Tschechien faktisch Teil der Jugendkultur. „Wenn die Leute mehr kiffen wĂŒrden, könnten sie sich nicht so viel belĂŒgen und wĂŒrden vielleicht aufhören, sich gegenseitig zu verlassen“, empfahl schon im Jahr 2000 Schauspieler Jiri Machacek in dem Ă€ußerst populĂ€ren Film Samotari (‘EinzelgĂ€nger’) Marihuana als Allheilmittel fĂŒr alle Lebenslagen. Auf der Liste der LĂ€nder mit den meisten jugendlichen Drogenkonsumenten unter 24 Jahren steht Tschechien laut einer Studie der EuropĂ€ischen Beobachtungsstelle fĂŒr Drogen und Drogensucht (EMCDDA) europaweit an der Spitze. Aber auch bei Ecstasy ist das Land uneinholbar vorn. Schon 15 Prozent der Tschechen haben es probiert, der europĂ€ische Durchschnitt liegt bei gerade einmal sechs Prozent. Aber auch was eine liberale Drogenpolitik angeht, gehört Tschechien zu den Vorreitern. Mit Pavel Bem ist einer der Verfechter dieser Politik heute sogar BĂŒrgermeister von Prag.


Der frĂŒhere Drogenbeauftragte der Regierung, Josef Radimecky, bewertet die Regelung uneingeschrĂ€nkt positiv. „Die Leute geben jetzt eher ihre DrogenabhĂ€ngigkeit zu, weil sie nicht mehr fĂŒrchten mĂŒssen, von der Polizei behelligt zu werden. Das erleichtert auch ungemein die Arbeit unserer Sozialarbeiter, die jetzt stĂ€rker von den Drogenkonsumenten akzeptiert werden“, sagt Radimecky, der zugleich GrĂŒnder der Hilfsorganisation White light ist, die sich um DrogenabhĂ€ngige kĂŒmmert. „Die repressive Politik hat keine FrĂŒchte getragen. Die Erfahrung der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass wir im Gegenteil lernen mĂŒssen, mit den Drogen zu leben. Der einzige Ausweg ist eine umfassende PrĂ€vention“, so Radimecky weiter.

PrÀvention kommt in Tschechien zu kurz

Aber daran hapert es. WĂ€hrend die gesellschaftliche Toleranz Ă€hnlich hoch ist wie in den Niederlanden, hinkt Tschechien bei den Ausgaben fĂŒr die vorbeugende AufklĂ€rung dem Land an der Nordsee weit hinterher. Die Ursache hierfĂŒr sieht Radimecky in der hohen gesellschaftlichen Akzeptanz, die in Tschechien erlaubte Suchtmittel wie Tabak und vor allem Alkohol haben: „Bier ist ja bei uns bei uns gewissermaßen ein NationalgetrĂ€nk.“ WĂ€hrend die 30.000 DrogenabhĂ€ngigen seiner Ansicht nach sinnlos kriminalisiert werden, bleiben die 300.000 Menschen mit einem schweren Alkoholproblem tabuisiert. „DafĂŒr sind wir das einzige Land in Europa, in dem noch so massiv fĂŒr Alkohol und Tabak geworben werden darf. Paradoxerweise geschieht das hĂ€ufig im Zusammenhang mit Sportereignissen“, prangert Radimecky an.

Indessen keimen vor allem bei Restaurant- und Klubbetreibern Hoffnungen, Prag und weitere StĂ€dte Tschechiens könnten ein zweites Amsterdam werden, das in Scharen Cannabis-Touristen anzieht. David Polita vom Maha 4 All bleibt da bescheiden. „Wir sind jetzt einfach nur froh, dass es bei uns weniger Repressionen gibt als anderswo“, sagt er mit einem Augenzwinkern in Richtung seiner deutschen Nachbarn. Aber gegen Touristen, die aus Deutschland kommen, um in seinem Lokal in Ruhe einen Joint zu rauchen, hĂ€tte auch er nichts einzuwenden.

Fotos: ©capt.tim/flickr; nati-panti/flickr

Quelle:

n-ost

www.cafebabel.de

Neue H.-A. Magazin-Texte:

Hanf-Touristen werden weiterhin in hollÀndischen Coffeeshops geduldet!

“Ich halte das fĂŒr wahnwitzig”

Text: b.-d. – Fotos: dpa

In Holland darf AuslĂ€ndern der Drogenkauf verboten werden – das hat ein EU-Gericht entschieden. Was wĂŒrde ein Verbot fĂŒr die Coffeeshops bedeuten? Ein Interview mit einem Shop-Besitzer

An den Wochenenden kommt der Verkehr zum Erliegen, in der Innenstadt wird es laut.  Tausende junge Erwachsene aus Deutschland und Belgien kommen dann fĂŒr einen Joint in die Coffeeshops von Maastricht, Nijmegen oder Eindhoven. Weil das regelmĂ€ĂŸig zum Verkehrskollaps, zu Gewalt und Pöbeleien fĂŒhrt, soll AuslĂ€ndern der Drogenkauf verboten werden. Nach einem langen Streit auf mehreren Ebenen hat der EuropĂ€ische Gerichtshof vor Weihnachten eine erste Empfehlung ausgesprochen. Ein Verbot verstĂ¶ĂŸt demnach nicht, wie von den Coffeeshop-Betreibern beklagt, gegen die Handelsfreiheit in der EU und diskriminiert AuslĂ€nder nicht. Der Streit wurde bereits in mehreren gerichtlichen Instanzen gefĂŒhrt. Das höchste Gericht der Niederlande hatte die Frage schließlich an den EuropĂ€ischen Gerichtshof in Luxemburg gereicht. Nach der Empfehlung liegt die endgĂŒltige Entscheidung nun wieder bei einem Gericht in den Niederlanden.

In Amsterdam, der Touristen-Hochburg und Kiffer-Hauptstadt mit der grĂ¶ĂŸten Dichte an Coffeeshops, steht Michael Veling schon seit mehreren Jahrzehnten hinter dem Tresen seines Coffeeshops. jetzt.de hat mit ihm ĂŒber die Zukunft seines Gewerbes gesprochen.

Im Coffeeshop

jetzt.de: Wie lange wird es Coffeeshops noch geben? ist das nun der Anfang vom Ende?
Michael Veling:
Ich bin mir nicht sicher. Schon vor dreißig Jahren haben wir vom Ende der Coffeeshops geredet. Allerdings: Noch nie waren die Auflagen so streng wie heute, und wenn jetzt die AuslĂ€nder als Kunden wegfallen wĂŒrden, wĂ€re das fĂŒr die meisten Coffeeshops wohl tatsĂ€chlich das Ende.

Wie groß wĂ€re der Verlust ohne AuslĂ€nder?
FĂŒr die Wirtschaft wĂ€re es eine Pleite, denn zunĂ€chst wĂŒrde es natĂŒrlich einen finanziellen Einbruch geben. In meinem Coffeeshop im Zentrum von Amsterdam sind achtzig Prozent der Kunden AuslĂ€nder. Zwar ist es nur ein Viertel der Touristen, die tatsĂ€chlich in einen Coffeeshop gehen – aber Amsterdam und die Niederlande wĂŒrden mit einem Verbot auch ihren Ruf zerstören. Coffeeshops gehören nun einmal zum Bild von Holland dazu.

Vorm Coffeeshop

WĂ€re ein Verbot in der Praxis ĂŒberhaupt umzusetzen?
Ich halte es fĂŒr unrealistisch, fĂŒr utopisch. Wie sollen wir das handhaben? Es wird zurzeit viel ĂŒber die Ausgabe von einem Gras-Pass gesprochen – dass also nur noch HollĂ€nder, die dieses KĂ€rtchen haben, Cannabis-Produkte kaufen dĂŒrfen. Aber man darf doch nicht glauben, dass damit die Probleme gelöst wĂ€ren. Die Probleme verschieben sich, neue entstehen.

Welche Probleme könnten denn entstehen?
Die ganze rechtliche Situation könnte sich verĂ€ndern. Auch heute schon bewegen sich Betreiber und Kunden in einer Grauzone, der Konsum von weichen Drogen ist eigentlich ein Vergehen. Wenn jetzt der Staat einen Pass ausgibt, der es den BĂŒrgern erlaubt, dieses Vergehen offiziell zu begehen, könnte genau das Gegenteil dessen eintreten, was die Regierung eigentlich will. Jeder Richter wĂŒrde urteilen: Wenn der Staat es seinen BĂŒrgern erlaubt, ist es kein Vergehen mehr. Damit wĂ€ren die “Softdrugs” praktisch fĂŒr legal erklĂ€rt.

Wie geht es jetzt weiter?
Seit der Empfehlung des EU-Gerichts Ende vergangener Woche hat sich die Politik noch nicht geĂ€ußert. Es ist auch fraglich, ob nicht die Bevölkerung in den Niederlanden eine ganz andere Meinung als die Regierung hat und gar kein Verbot fĂŒr AuslĂ€nder will. Davon abgesehen halte ich das ganze fĂŒr ein bisschen wahnwitzig. Nur weil ein paar Japaner im HofbrĂ€uhaus lĂ€rmen, wird ja auch nicht gleich allen Touristen das Bier-Kaufen verboten.

 

Quelle: sueddeutsche.de

 

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